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Stadtradio Göttingen meets 161 Einbeck

Wir durften dem Format „kein Schlussstrich“ des Stadtradios Göttingen über die letzten Wochen verteilt ein Interview geben und unsere Einschätzung zur (politischen) Situation in Einbeck abgeben. Vielen Dank dafür!

Wir haben die geschnittene, finale Version selbst noch nicht gehört und sind schon ganz gespannt.

Ihr auch?

Dann schaltet morgen um 18:05 Uhr das Stadtradio Göttingen (107,eins) ein!

Ihr empfangt den Sender nicht? No prob: Nutzt den Live-Player übers Netz http://player.stadtradio-goettingen.de/common/player

Ihr habt morgen keine Zeit? No prob: Die Sendung wird im Nachgang in eine Cloud hochgeladen. Den Link teilen wir Euch später mit.

Stay tuned!

Samstag: Demo in Einbeck!

Am Samstag findet die erste „richtige“ Demo nach dem feigen Sprengstoffanschlag durch Einbecker Neonazis statt.

Unterstützt unsere Genoss*innen vom OATE und geht mit ihnen auf die Straße um ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen.

Wenn Ihr von außerhalb kommt und Euch einer organisierten, gemeinsamen Zuganreise anschließen wollt, so könnt Ihr das aus Richtung Norden bei unseren Genoss*innen aus Hannover. Seid um 12:15 Uhr am Hauptbahnhof Hannover.

UPDATE:

Aus Richtung Süden könnt Ihr Euch der gemeinsamen Zuganreise in Göttingen anschließen. Danke an die Genoss*innen der Basisdemokratischen Linken IL Göttingen!

Alle raus auf die Straße! Alle zusammen gegen den Faschismus!

See ya!

Demobericht zum 20.06.2020

Gerade einmal 10 Tage nach dem feigen Sprengstoffanschlag auf eine Antifaschistin wagten es die Neonazis, erneut eine Kundgebung in Einbeck durchzuführen. Die Anmeldung dieser Kundgebung blieb dieses Mal sehr lange geheim. Raum für Spekulationen. Uns blieb wenig Zeit für Reaktionen und so mussten wir, wie auch die anderen Einbecker Gruppen und Orgas, sehr kurzfristig mobilisieren. Dennoch standen am Ende ca. 350 Menschen auf der Straße um ihren Unmut darüber kundzutun.

Wir kamen mit unseren Genoss*innen vom OATE und auch überregionalen Genoss*innen (danke, dass Ihr da wart!) aus Richtung Möncheplatz zum Marktplatz.

Dort wurden wir vom bürgerlichen Protest rund um Einbeck ist bunt solidarisch mit Applaus empfangen. Nach kurzer Übersicht der räumlichen Situation wollten wir uns auf der Gegenseite aus Richtung Tiedexer Straße positionieren. Kurzerhand stellten sich uns Cops in den Weg und wollten uns nicht durchlassen. Erst nachdem ein*e Antifaschist*in sich genötigt sah, eine Sponti „einmal um die Kirche herum“ anzumelden, wurden wir von den Cops durchgelassen.

Trotz überregionaler Beteiligung standen wir nun einem peinlichen Haufen von lediglich 13 Neonazis gegenüber. Spannend an der Beteiligung war, dass manche Neonazis aus Einbeck dieser Kundgebung fernblieben. So blieb es aus Sicht der regionalen Beteiligung bei Tobias Haupt, Thorben Brosenne, Holger Erbach und Nico Thies.

Von beiden Seiten lautstark eingekesselt konnten die Neonazis mal wieder keinerlei Außenwirkung erzielen. So waren durch die Lautstärke trotz der räumlichen Nähe nur Fragmente der Redebeiträge der Neonazis zu verstehen. In Bruchstücken waren igendwelche Beißreflexe, feinster Whataboutism und die typische Umkehr von Täter-/Opferrolle zu hören. Es wurde zum x-ten Mal von einem Farbangriff schwadroniert und irgendwelche brennenden Autos herbeiphantasiert. Wir warten schon gespannt darauf, wann das erste Mal selbst anwesende Neonazis die Augen verdrehen, immer und immer wieder dieselbe Leier zu hören. Um die eigene, vermeintlich „weiße Weste“ zu wahren, distanzierten sich die Neonazis von dem Sprengstoffanschlag und entsolidarisierten sich somit mit den in U-Haft sitzenden Tätern Pascal Zintarra und Jonas Armbrecht. So sieht sie also aus, diese viel zitierte „Kameradschaft“, LOL! Ob dies wirklich ernst gemeint ist, wird sich zeigen und wir beobachten.

Ansonsten sorgte noch der für seine Ausraster bekannte Holger Erbach für Lacher auf Seiten des Gegenprotests, da er erneut kurz ausklinkte. Holger Niemann aus Lüneburg stand mit offenem Hosenstall, aber wenigstens ohne Schuhe mit Klettverschluss da…

 

 

 

Fotos von Nico Kuhn und Louis Teuchert. Weitere Bilder:

Nico Kuhn: Neonazikundgebung sowie Gegenprotest

Louis Teuchert: Neonazikundgebung

Wie üblich kamen die Neonazis kaum über eine Kundgebungsdauer von einer halben Stunde hinaus. Am Ende wurden sie dann von den Cops geschützt durch den Gegenprotest hindurch in die Hägerstaße eskortiert. Es löste sich ein kleiner, dynamischer Teil unseres Gegenprotests und machte sich auf den Weg in Richtung des vermeintlichen Nazi-Kiez. Die Hägerstraße jedoch wurde durch das immense Polizeiaufgebot abgeriegelt. So blieb uns nichts Weiteres übrig als mit einer erneuten Sponti an der Hägerstraße vorbei in Richtung Bahnhof zu ziehen.

So machten wir gestern friedlich, aber laut und unmissverständlich klar, dass wir keinen Bock mehr auf die Nazischeiße hier in Einbeck haben.

Völlig überrascht mussten wir dann jedoch in der öffentlichen Polizeimitteilung lesen, dass es Rangeleien und Angriffe auf Cops durch unsere Leute gegeben haben soll. Wir waren von Anfang bis Ende im Geschehen dabei und haben nichts Derartiges mitbekommen. Der einzige (versuchte) Angriff fand im Nachgang am Bahnhof auf uns statt und keinerlei Erwähnung in der Pressemitteilung fand: Während wir mit überregionalen Genoss*innen auf deren Zug warteten, fuhr der Einbecker Volker Dols mit seinem Ford Focus (NOM HA 81) auf den Bahnhofsvorplatz. Wüst schimpfend und uns bedrohend stieg er mit einem Schlagstock in der Hand aus seinem Auto. Wir brachten uns in Stellung um einen möglichen Angriff abzuwehren. Kurze Hektik, nichts weiter.

Insofern würde uns dann schon einmal interessieren, welche „Angriffe“ hier gemeint sein sollen. Noch spannender ist jedoch, mit welcher Intention diese Mitteilung verfasst wurde. Geht es hier um Stimmungsmache? Um Spaltung und erhoffter Distanzierung der politisch aktiven Gruppen und Orgas untereinander…? Das lassen wir nicht zu!

Den Medien, die sich natürlich in ihren Berichterstattungen an der offizielle Mitteilung der Cops orientieren, wollen wir hierfür keinen Vorwurf machen. Wir würden uns jedoch ein bisschen mehr kritische Hinterfragung wünschen. Wenn es wirklich Angriffe gegeben hätte, so wären hierzu ja bereits längst Bilder und Videos im Umlauf. Sind sie aber nicht. Und schaut doch bitte mal selbst in Eure Kommentarspalten, welchem „Klientel“ ihr Wasser auf die Mühlen gegossen habt.

Gestern Mittag erfuhren wir dann noch einen weiteren Vorfall. So stieg gestern Tobias Haupt gegenüber von 2 Passant*innen in der Hägermauer aus seinem Auto aus um sich selbstzufrieden grinsend seine Lederhandschuhe anzuzuiehen. Passiert ist zum Glück nichts weiter außer der Angst, die diese beiden Menschen in dem Moment verspürt haben müssen. Wir bleiben dabei: Neonazis sind Täter und keine Opfer! Gewalt und Unterdrückung sind elemantare Bestandteile der neonazistischen Ideologie. Macht die Augen auf!

Wir werden uns auf jeden Fall weiterhin und noch entschlossener als jemals zuvor dafür einsetzen, das Neonazi-Problem in Einbeck zu lösen!

Alerta! Alerta! Antifasista!

Der Status quo nach dem Sprengstoffanschlag durch Neonazis in Einbeck

Wenige Tage sind vergangen seit dem Sprengstoffanschlag durch Einbecker Neonazis auf eine Antifaschistin aus Einbeck. In den Medien ging die Tat viral, sogar die New York Times berichtete darüber. So gab es bereits viele, sehr gute Artikel zu dem Thema, die enormen Druck auf die involvierten Stellen in Einbeck aufbauen. Wir möchten an dieser Stelle gerne unsere Sicht auf den Status quo der letzten Tage und unsere Erkenntnisse hierzu äußern. Wir wollen deutlich sein, werden aber auch aus guten Gründen in manchen Punkten nicht vollständig unseren Kenntnisstand preisgeben.

Die Täter

Es handelt sich, wie bereits in einigen Publikationen zu lesen war, um Pascal Zintarra. Über ihn wurde bereits viel berichtet und wir halten uns an dieser Stelle kurz. Neu ist uns die Erkenntnis, dass er als einer der (sehr wenig) geführten „Gefährder rechts“ eingestuft ist. In einigen Publikationen war zu lesen, dass Zintarra im Umfeld von Thorsten Heise aktiv sei. Dies war in der Vergangenheit sicherlich mal so, allerdings haben wir keinen glaubhaften Ansatz, dass dies heute noch der Fall ist.

Bei der zweiten Person, gegen die nun wegen der Tat ermittelt wird, handelt es sich um Jonas Armbrecht. Nachdem er sich bereits an der unfassbaren Provokation vor der KZ-Gedenkstätte Moringen beteiligte, stellt dies nun einen weiteren, traurigen Höhepunkt seiner 2,5-jährigen Neonazi-„Karriere“ dar.

Hier posieren die beiden in denselben Shirts mit identischer Geste wie in Moringen vor der Swastika an der Ratsapotheke:

Die Tat

Bereits am Abend vor der Tat bedrohten die beiden Täter stark alkoholisiert die später Betroffene in der Stadt auf offener Straße. Leider konnte niemand ahnen, dass nur Stunden danach aus Worten Taten werden würden.

Die Tat selbst ist bekannt, daher gehen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Allerdings sind wir stark irritiert, dass der Vorwurf nun scheinbar von einem Sprengstoffkontext auf eine bloße Sachbeschädigung herabgestuft worden sein soll. Laut unseren Erkenntnissen handelte es sich nicht bloß um einen „normalen Böller“. Dies untermauern auch jegliche Aussagen aus vielen Richtungen zur Sprengkraft des gezündeten Gegenstandes. In dieselbe Kerbe stoßen die Gerüchte, dass Zintarra bleibende Schäden an der verletzten Hand davongetragen hat. An dieser Stelle klar und deutlich: NULL Mitleid von uns!

Erschreckend ist ebefalls, dass bei der an die Tat anschließenden Hausdurchsuchung erneut Waffen gefunden wurden.

Laut Presse wurden sichergestellt:

– Ein Karabiner (kurzläufiges Gewehr)
– Zwei Schreckschusspistolen
– 15 Patronen unterschiedlichen Kalibers
– Eine Mörsergranate

Die Wohnung war eine der beiden, die vor knapp 2 Monaten durch das LKA durchsucht worden sind und hierbei bereits Waffen gefunden und beschlagnahmt worden sind.

Die Kundgebung am Freitag

Aus aktuellem Anlass entwickelte sich eine eigentlich turnusmäßig angemeldete Kundgebung unserer Genoss*Innen vom OATE und der Seebrücke Einbeck zu einer großen Soli-Kundgebung für die Betroffene. 300-350 Menschen aus verschiedensten Gruppen, Orgas und Städten drückten der Betroffenen ihre Solidarität aus. Wir stießen mit der Sponti vom Bahnhof zur Kungebung hinzu. Zu hören waren (zurecht) kritische Redebeiträge des OATE gegenüber Behörden, Stadt, Polizei, Politik und Einbecker*Innen, die sie in die Pflicht nehmend zu Engagement aufforderten. Hervorheben möchten wir die Kritik, dass leider viele Menschen die Einschätzung vertreten, die steigenden Neonazi-Aktivitäten seien durch linke Aktiviäten provoziert und sich diese gegeneinander hochschaukeln. Hufeisen werden nicht richtiger nur weil sie Viele werfen…

Mucksmäuschenstill wurde es dann als die Betroffene selbst zum Mikro griff. Sie äußerte, dass sie sich nicht unterkriegen oder einschüchtern lässt. Sie bedankte sich für die vielzählige und überwältigende Solidarität, die ihr von Menschen vor Ort zukommt, aber auch aus hunderten Kilometern Entfernung ausgesprochen wurde. KEEP YOUR POWER!

Als wären diese Worte nicht schon ergreifend genug gewesen, kam dann aus unserer Sicht DER Moment der Kundgebung: Eine Einbeckerin (PoC) kniete mit der #blacklivesmatter-Geste vor der Betroffenen nieder.

Bild von Nico Kuhn, hier weitere Bilder von der Kundgebung.

Als die Kundgebung beendet war, wurde noch eine Sponti angemeldet. Diese sollte an dem Wohnort der beiden Täter, der Hägerstraße, vorbeigehen. Die Cops versuchten die Route nicht zuzulassen. Zum Glück war der Anwalt der Betroffenen ebenfalls vor Ort und regelte das kurzerhand.

Wie groß die „Reue“ der Neonazis ist, zeigte sich als die Sponti an der Hägerstraße ankam. Der Zugang wurde durch viele Cops und Fahrzeuge gesichert. Dennoch konnten wir sehen, dass sich die Neonazis demonstrativ wie immer in der Hägerstraße/Hägermauer aufstellten und posten. Nachdem auch die Sponti vorbei war, gab es noch einen weiteren Beleg dieser „Reue“: Wie zu lesen war, wurden sich bei der Abreise im Auto befindende Journalist*Innen vulgär durch Neonazis beleidigt und bepöbelt.

Die Distanzierung

Einen Tag nach der Tat gab es eine peinliche Distanzierung des Kreisverbandes Northeim/Einbeck von „Die Rechte“. Sie soll vermutlich lediglich den Schaden von dem Kreisverband, bzw. der gesamten Partei lenken.

Wir wollen gar nicht auf die ganzen Peinlichkeiten eingehen, nur soviel: Uns ist völlig egal, ob Zintarra Mitglied der Partei ist und den obligatorischen 5er im Monat Mitgliedsbeitrag lieber in Dosenbier investiert! Pascal Zintarra war in der Vergangenheit die regelmäßige Begleitung vom Kreisvorsitzenden von „die Rechte“, Tobias Haupt aus Fredelsloh, zu den Kooperationsgesprächen des KV. Außerdem befand sich Tobias Haupt ebenso unter den Neonazis bei der Beleidigung  der abreisenden Journalist*Innen.

Die Zukunft

Wir konnten an vielen Stellen in den letzten Tagen lesen, dass die unterschiedlichsten Stellen nun durchgreifen wollen. Der öffentliche Druck ist enorm. Ob auch in diesen Fällen aus Worten Taten werden, müssen wir abwarten und kritisch beobachten. Die oben erwähnte Herabstufung des Straftatbestands spricht bereits eine andere Sprache. Ebenso wie das Fernbleiben unserer Bürgermeisterin, Dr. Sabine Michalek, von der Kundgebung am Freitag. Zuvor gab es eine klare Stellungnahme der Stadt, dass nun alles unternommen werden müsse um die Zustände zu beseitigen. Wir möchten an dieser Stelle nicht spekulieren, was ihr am Freitag „wichtiger“ war oder weshalb sie nicht der Betroffenen ihre Anteilnahme durch ein Erscheinen auf der Kundgebung zum Ausdruck brachte. Zumindest hatte sie zeitgleich zur Kundgebung die Zeit, auf Facebook einen Beitrag zu teilen „wie schön doch unser Einbeck“ sei. Nunja…

 

 

Dass sich Antifaschist*Innen nicht auf diese Stellen verlassen können, zeigt(e) sich leider immer wieder. Seit über zwei Jahren weisen wir (und auch andere Gruppen) auf die schlimme Neonazi-Situation und die Gefahrenlage in Einbeck hin.

So müssen auch wir uns kritisch hinterfragen und unseren antifaschistischen Selbstschutz verbessern. Die Lage ist brenzliger als jemals zuvor: Bedrohungen und Einschüchterungen stehen fast an der Tagesordnung. Sachbeschädigungen, freidrehende Neonazis, die sogar der Polizei gegenüber „Warnschüsse“ abgeben, Waffenfunde, nun ein Sprengstoffanschlag.

Das Ziel darf nicht nur heißen, keinen Nazi-Kiez in Einbeck zu haben, sondern: Einbeck nazifrei!

Antifa in die Offensive!

Sprengstoffanschlag durch Neonazis auf Einbecker Antifaschistin!

Pressemitteilung von Rechtsanwalt Rasmus Kahlen:

 

Weder von Seiten der Cops, noch von den Medien ist etwas davon zu lesen.

Wir sind sprachlos.

Volle Solidarität mit der Genossin!

Betroffen sind einzelne, gemeint sind wir alle!

Kommt bitte zur Kundgebung vom OATE am Freitag um 17:00 Uhr vor dem Rewe in der Marktstraße und zeigt der Genossin, dass wir solidarisch untereinander sind und sie nicht alleine ist.

Alle zusammen gegen den Faschismus!

Update: Artikel im Göttinger Tageblatt

Update 2: Mittlerweile hat auch die Einbecker Morgenpost berichtet.

Neonazi-Kundgebung vor Wohnung von Seebrücke-Aktivistin

Gestern, am 12.5. gegen späten Nachmittag, tauchten die Neonazis des Kreisverbandes Northeim/Einbeck von „Die Rechte“ erneut für eine Kundgebung in Einbeck auf. Dieses Mal jedoch nicht vor der Copwache um sich irgendwelche Polizeirepressionen herbeizuphantasieren, sondern vor der Privatadresse einer ihnen bekannten Aktivistin der Seebrücke Einbeck. So stellten sie sich (ihr Ziel schlecht verschleiernd) leicht schräg versetzt auf der gegenüberliegenden Kreuzung des Wohnorts der Aktivistin auf. Jedoch beobachteten Augenzeug*innen, dass der Name der Seebrücke-Aktivistin laut und deutlich über die Lautsprecheranlage zu vernehmen war. Auch der Inhalt des „Rede“beitrags ließ keinen Zweifel daran, weshalb die Neonazis gerade dort auftauchten.

Bei der Seebrücke handelt es sich um eine humanistische Organisation, die sich für die Rettung von Geflüchteten und gegen deren Ertrinken im Mittelmeer einsetzt. Uns wäre entgangen, dass die Arbeitsschwerpunkte „Nazis klatschen“, „Steine schmeißen“ und „(Neonazi-) Autos abfackeln“ dort zu finden sind. Umso kruder, dass die Neonazis in dieser Person offenbar eine „linksextreme Gefahr“ für die Stadt sehen.

Uns liegt auch dieses Mal Videomaterial der Kundgebung vor. Jedoch haben wir uns entschieden das Material dieses Mal nicht zu veröffentlichen, da es die Situation eher ins Lächerliche ziehen würde und die bloße Bewertung dieser Aktion, die tief ins Privatleben solidarischer Menschen vordringt, belächeln ließe.

Natürlich könnten wir uns darüber lustig machen, dass der Kreisvorsitzende Tobias Haupt nicht im Ansatz das Wort „Sachbeschädigungen“ artikuliert bekommt.
Natürlich können wir darüber lachen, dass er manchmal fast eine halbe Minute braucht, um seinen nächsten Satz zu formulieren.
Natürlich ist es peinlich, wie Haupt einen (schlechten) Klon von Jens Wilke abgibt und ausschließlich dessen (erfolgloses) Handeln kopiert.
Natürlich ist er ein Musterbeispiel, warum Mobbing in der Schule scheiße ist und welch kaputte Seelen so etwas hinterlassen kann.
Natürlich bleibt uns nur ein Facepalm, wenn der am Tönnieshof in Fredelsloh lebende Haupt von „wir hier in Einbeck“ spricht.
Natürlich wird Pascal Zintarra (hoffentlich bald und lange) im Knast verschwinden.
Natürlich ist es absurd, dass versucht wurde irgendwelche Parallelen zwischen Leipzig-Connewitz und Einbeck zu konstruieren.
Natürlich wird schlicht gelogen, wenn von Angriffen auf die Polizei in Einbeck „von links“ schwadroniert wird.

Und natürlich gaben die anwesenden Neonazis Tobias Haupt, Pascal Zintarra, Jonas Armbrecht, Thorben Brosenne und Nico Thies ein abermals peinliches Bild ab…

Aber anstatt zu lachen müssen wir uns genau an diesem Punkt klar vor Augen führen, dass hier erneut Grenzen überschritten worden sind und die Handlung unabhängig von der peinlichen Ausführung eine neue Qualität der Neonazi-Aktivitäten in Einbeck darstellt!

Menschen werden verfolgt, gejagt, eingeschüchtert, sogar in Anwesenheit kleiner Kinder. Mit Kundgebungen vor Wohnorten nimmt dies jedoch nochmal eine weitere, unschöne Dimension an. Unsere ersten Gedanken waren Empörung, dann Wut, dann Fremdscham nach Sichtung des Videomaterials. Sicherlich kommen irgendwo in diesem Prozess unreflektierte Gefühle auf, in denen mensch gerne etwas von „auf allen Ebenen und mit allen Mitteln“ ausrufen möchte. Ganz sachlich und reflektiert zeigt uns dieser Vorfall jedoch auf, dass die Neonazis sich scheinbar einbilden, hier machen zu können, was sie wollen.

Das einzige Statement, das wir dazu mit aller Deutlichkeit abgeben wollen: Es reicht!!!

Unsere volle Solidarität gilt der betroffenen Person, die wir als ganz toughen Menschen kennengelernt haben und die sich, so gut wir sie kennen, dadurch nicht unterkriegen lassen wird!

PS: Insofern die Anmeldung der Kundgebung „spontan“ erfolgt sein sollte, stellen wir die Frage in den Raum: Wer geht eigentlich mit einer Lautsprecheranlage spazieren, um dann plötzlich den Gedanken einer Spontankundgebung zu bekommen…?! Wie wir lesen konnten, laufen hierzu ja Anzeigen gegen linke Menschen… Mal gucken, ob hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Bericht zum 8.Mai / Neonazis verfallen dem Größenwahn

Gestern, zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, war viel los in Einbeck und noch mehr ging schief…

Eigentlich ein Tag des Feierns, dem viele politische Gruppen und Orgas vor Ort gebührend begegnen wollten, litt der 8.Mai durch Provokation der Neonazis der Kleinspartei „Die Rechte“ und den Behörden, die dieses so bequem wie möglich machten. Eine Vielzahl an unverständlichen Entscheidungen führte dazu.

Die Neonazis wollten am Tag der Befreiung mit einer Kundgebung unter dem Motto „Schluss mit Schuldkult – Aufklärung statt Reue“ auf dem Marktplatz provozieren. Da Einbeck ist bunt diesen Ort jedoch lange zuvor für eine ruhige, friedliche Mahnwache anmeldete, wichen die Neonazis an den direkt angrenzenden Hallenplan aus. Diese Anmeldung wurde genehmigt und bildete den Startschuss der kaum zu fassenden Fehlerkette.

Um es den Neonazis, aber auch den Cops so bequem wie möglich zu machen, wurden diverse Maßnahmen ergriffen, die in Summe einfach nur unfassbar sind:

  • Die Veranstaltung von Einbeck ist bunt wurde (trotz Erstanmeldung) einfach mal um eine Viertelstunde verschoben.
  • Die Seebrücke Einbeck hatte ebenfalls eine Mahnwache angemeldet, die räumlich regelrecht zur Seite und in die letzte Ecke geschoben wurde.
  • Die vorherige Aussage, dass ein Gegenprotest auf dem Hallenplan ermöglicht würde, war auf einmal nur noch Schall und Rauch.
  • In der Nacht zuvor mit Kreide(!) gesprühte „Grüße“ auf dem Kundgebungsort der Neonazis wurden eilig am nächsten Morgen entfernt, anstatt diese einfach dem Regen zu überlassen.

Auch wir wollten gemeinsam mit der Unterstützung von überregionalen Genoss*innen (vielen Dank für Eure Soli und Support) unseren Protest auf die Straße tragen und wurden letztlich daran gehindert. Vom Bahnhof aus startend wollten wir uns erst der Seebrücken-Mahnwache anschließen um danach auf dem Hallenplan zu protestieren. Aufgrund des Infektionsschutzes war die Seebrücken-Mahnwache jedoch auf 30 Teilnehmer*innen begrenzt worden. Nach kurzer Rücksprache wollten wir dann direkt auf den Hallenplan ausweichen und eine Kundgebung anmelden. Diese wurde uns, entgegen der Zusagen im Vorfeld, untersagt.

Stattdessen räumten uns dann die Cops mit einem völlig unverhältnismäßigen Großaufgebot unter Androhung von Zwangsmaßnahmen und Aufnahme aller Personalien für die Veranstaltung von Einbeck ist bunt vom Marktplatz und wiesen uns einen lächerlichen Ort außerhalb der Sicht- und Hörweite der Neonazis in der Geiststraße zu. In dieser engen Gasse wäre es außerdem sehr schwierig gewesen den Mindestabstand einzuhalten. Die kritischste Situation diesbezüglich stellte sich unfreiwillig durch unsere Kesselung durch die Cops vor Eingang der Geiststraße dar.

Natürlich kam alles, wie es kommen musste: Die 8 Neonazis, denen der gesamte Hallenplan abgesperrt worden war, stellten sich provokativ am an die von Einbeck ist Bunt-Mahnwache angrenzenden Gitter auf und beschallten deren ruhige und friedliche Mahnwache.

Es ist wirklich ein Skandal wie die Neonazis hier in der Stadt regelrecht hofiert werden! An diesem Punkt sollten sich alle involvierten Personen mal fragen, welche Personen hier Menschen durch die Straßen jagen, Hausbesuche androhen und bei wem Schusswaffen in den Buden gefunden worden sind. Der gestrige Tag mit all seinem Verlauf empfinden wir wirklich als skandalös!

Uns blieb am Ende nichts Anderes über, als uns in einer Sponti zurückzuziehen.

Wie gewohnt beendeten die Neonazis dann ihre Kundgebung nach weniger als einer Dreiviertelstunde.

Teilgenommen haben:

-Tobias Haupt
-Pascal Zintarra
-Maurice Brosenne
-Thorben Brosenne
-Dietrich Brosenne
-Jonas Armbrecht
-Holger Erbach
-Nico Thies

Wie wir auf Twitter bei einem anwesenden Journalisten lesen konnten, wurde den Neonazis dann scheinbar nach 20 Minuten untersagt, Musik abzuspielen. Vermutlich, weil diese die Mahnwache von Einbeck ist bunt störte.

Alleine diese Tatsache reichte den Neonazis offenbar aus, um völlig freizudrehen.

So tauchten gestern Abend die 6 Neonazis Tobias Haupt, Pascal Zintarra, Jonas Armbrecht, Nico Thies, sowie Maurice, Thorben und Dietrich Brosenne vor der Polizeistation in Einbeck auf um erneut eine Kundgebung abzuhalten. In dieser schwadronierte Haupt von einem „1. Warnschuss“ gegenüber den Cops.

 

Aber damit noch nicht genug: Auch heute morgen tauchten erneut 4 Neonazis (Haupt, Zintarra, Armbrecht und Thorben Brosenne) vor dem Cop-Revier auf, um eine weitere Kundgebung abzuhalten. Dieses Mal fiel „der 2. Warnschuss“.

 

 

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir das lustig oder traurig finden sollen, wenn gestern, wie oben erwähnt, alles für eine auf reine Provokation an einem historischen Datum ausgelegte Neonazikundgebung möglich gemacht wird und dann eine Einschränkung der Lautstärke dazu führt, dass offenbar endgültig der Größenwahn bei den Neonazis in Einbeck ausbricht.

Scheinbar greift Tobias Haupt derzeit besonders tief in sein imposantes Pillendöschen…

Bilder von gestern gibt es in großer Auswahl zu sehen bei:

Nico Kuhn, Recherche-Nord und Moritz Siman

 

Seebrücke Einbeck bleibt stabil

Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der versuchten Einschüchterungen der Einbecker Neonazis gegenüber der spontanen Mahnwache letzte Woche unter dem Motto #LeaveNoOneBehind, führte die Seebrücke Einbeck gestern erneut eine Mahnwache vor dem kleinen Rewe in der Einbecker Innenstadt durch.

Bereits beim Ankommen der Aktivist*innen am Kundgebungsort befanden sich die Einbecker Neonazis Pascal Zintarra und Jonas Armbrecht vor dem Rewe. Dennoch ließ sich, wie bereits durch die Seebrücke Einbeck angekündigt, niemand einschüchtern und die Kundgebung startete.

Obwohl die Situation sicher ein wenig Anspannung mit sich brachte, da Menschen Neonazis im Rücken hatten, bot es eine gewisse Situationskomik, wie die zwei Neonazis nun wie wild auf ihren Handys rumtippten und immer wieder (sehr häufig vergeblich) versuchten, offenbar andere Neonazis anzurufen.

Pascal Zintarra, bereits am Mittag „nen Halben“ trinkend, drohte sinngemäß mit „wartet mal ab was gleich kommt“. Nun ja, es dauerte eine Weile bis der Kreisvorsitzende der neonazistischen Kleinstpartei „Die Rechte“, Tobias Haupt, erschien. Klar, musste ja vermutlich erst vom Tönnieshof aus anreisen.

Die überraschend spät eintreffenden Cops machten den Neonazis zwar immer mal wieder Ansagen, ließen aber dennoch zu, dass sich die Neonazis mehrfach durch die Kundgebung bewegten. Hierbei machte Pascal Zintarra mit leicht zittrigen Händen Portraitaufnahmen der Teilnehmenden.

 

Es ist ungewiss, ob sein Zittern auf Entzug und/oder Aufregung zurückzuführen war.

Ein richtiger Lerneffekt scheint bei ihm nicht einzusetzen. So war er bereits letzte Woche der Hauptaggressor. Und das sogar, obwohl er scheinbar keine 10 Stunden zuvor kassiert hatte.

Nach Ende der Kundgebung trudelte dann auch noch irgendwann Maurice Brosenne ein, als die Menschen bereits zusammenpackten.

Noch länger blieben die Neonazis wie begossene Pudel vor dem Rewe stehen.

So betrieben die Einbecker Neonazis erneut beste Werbung in eigener Sache. Aber hey, vielleicht wird ja demnächst zur Image-Pflege wieder ein bisschen Müll im Park gesammelt…

Wir freuen uns mega, dass die politisch aktiven Menschen und Gruppen sich trotz der unschönen Situation hier vor Ort nicht unterkriegen lassen.

Alle zusammen gegen den Faschismus!

Fotos der Kundgebung gibt`s bei Nico Kuhn